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Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie in Freiburg

 


 

Das Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie

Im Jahr 1967 wurde an der Albert-Ludwigs-Universität das Institut für Volkskunde gegründet. Zum Wintersemester 2016 wurde das Institut umbenannt in "Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie". Diese Umbenennung greift Debatten in der deutschsprachigen Volkskunde auf, die schon seit den 1960er Jahren geführt werden.

Am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie lehren und forschen gegenwärtig 13 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (davon 4 in Drittmittelprojekten). Hinzu kommen mehrere Lehrbeauftragte.
Neben der Verwaltung und mehreren Seminarräumen beherbergt das in der Wiehre gelegene Institut die Institutsbibliothek, deren Titel vollumfänglich über den zentralen Online-Katalog der Universität Freiburg recherchiert werden können. Auch die Gesellschaft für Europäische Ethnologie in Freiburg e.V. (GEEF) hat hier ihren Sitz.

 köpfe des instituts

Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie in Freiburg – Fachverständnis und Forschungsansätze

Die Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie (an anderen deutschsprachigen Standorten auch Empirische Kulturwissenschaft oder nach wie vor Volkskunde), nimmt - unter anderem im Sinne einer „Anthropology at home“ - kulturelle Phänomene und Prozesse, Alltagspraktiken und Lebenswelten in modernen europäischen Gesellschaften in den Blick. Die Freiburger Kulturanthropologie beschäftigt sich u.a. anhand von gegenwartsorientierten wie auch historischen Ansätzen in Forschung und Lehre mit grundlegenden kulturwissenschaftlichen Themen wie Migration und Mobilität, Kulturerbe und Tradition, Urbanität, Szene oder mit künstlerischer Praxis. Wir arbeiten u.a. mit Ansätzen der ökonomischen Anthropologie (etwa im den Forschungsschwerpunkten zu Ressourcen und Knappheit oder zu Wettbewerb und Konkurrenz) oder der Anthropologie politischer Felder. Unser Ziel ist es, gesellschaftliche Prozesse in Vergangenheit und Gegenwart besser verstehen zu können. Von zentraler Bedeutung für unsere Forschungspraxis sind vergleichende, multiperspektivische und intersektionale Zugänge, Aufmerksamkeit für Kontextspezifität und Prozesshaftigkeit von Kultur sowie die Verbindung unserer Forschung mit kulturtheoretischen und interdisziplinären Ansätzen.

Eine wichtige Rolle in Forschung und Lehre spielt die Beschäftigung mit Prozessen der Europäisierung, wobei Europa nicht etwa als geographischer, historischer oder sozial eindeutig abgrenzbarer Raum, sondern als empirischer und kognitiver Rahmen verstanden wird. Neben den Ideen, Bildern, Erfahrungen und Deutungen, die mit dem Konstrukt „Europa“ verbunden werden, richtet sich der Blick auf Praktiken und Prozesse der Europäisierung sowie die vielfältigen Verflechtungen Europas mit anderen Weltregionen. In Forschungsprojekten und Lehrveranstaltungen wird dabei auch mit Ansätzen der translokalen bzw. „viel-örtigen“ Ethnographie (multi-sited ethnography) gearbeitet, welche die Beziehungen zwischen mehreren Orten, z.B. im Kontext der transnationalen Migrationsforschung oder der Globalisierungsforschung, in den Blick nimmt.

Das Freiburger Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie gehört mit drei vollen Professuren im deutschsprachigen Raum zu den größeren kulturwissenschaftlichen Instituten. Im Bachelorstudiengang bilden wir das Fach in seiner ganzen Breite ab. Im Masterstudiengang sind Schwerpunktsetzungen möglich - insbesondere legen wir hier großen Wert auf die Verzahnung kulturtheoretischer Ansätze und konkreter methodischer Verfahren in der ethnographischen und/oder kulturhistorischen Forschung. Kernstück des Masterstudiums ist ein zweisemestriges Lehrforschungsprojekt, an dessen Ende eine Ausstellung, eine Internetseite, eine Tagung usw. steht. Dabei geht es insbesondere auch um die Vermittlung kulturwissenschaftlichen Wissens an eine breite Öffentlichkeit.

  
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Regionalkompetenzen

Die Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie in Freiburg beschäftigt sich auch mit Großregionen, wie z.B. dem Alpenraum, dem Mittelmeer, das Karpatenbecken, und mit Flußlandschaften wie dem Rhein oder der Donau.
Der Standort des Instituts eröffnet vielfältige Perspektiven auf Südwest-Deutschland und die unmittelbare regionale Umgebung – insbesondere auf den Schwarzwald, den historischen Kulturraum des alemannischen Dreiländerecks sowie die tri-nationale Euro-Region Oberrhein – wie auch auf die Phänomene Grenze, Nachbarschaft und Transnationalität. Die Nähe zu Strasbourg ermöglicht zudem kulturanthropologische Zugänge zu europapolitischen Institutionen, Initiativen und Akteuren.
 

Kooperationen

Enge institutionelle Kooperationen bestehen mit dem Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE), vormals Johannes-Künzig-Institut, wie auch mit dem neugegründeten Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) der Universität Freiburg. Darüber hinaus kooperiert das Institut mit dem Badischen Landesmuseum in Karlsruhe, dem Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart und dem Dreiländermuseum in Lörrach.
Forschungserkenntnisse aus der Europäischen Ethnologie werden durch öffentliche Veranstaltungen, Medienberichte, Kooperationen mit relevanten außeruniversitären Institutionen sowie die Beratertätigkeiten der am Institut arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der interessierten Öffentlichkeit nahegebracht. Das Forschungskolloquium des Instituts und Gastvorträge stehen allen Interessentinnen und Interessenten offen. 

 

Berufschancen

Neben wissenschaftlichen Qualifikationen erwerben die Absolventinnen und Absolventen außerdem praxis- und berufsrelevante Kompetenzen und werden für kulturelle Vielfalt und Differenzen sensibilisiert. Das Studium eröffnet berufliche Perspektiven in den Bereichen Museum, Medien, Kulturmanagement, Erwachsenenbildung, Nicht-Regierungsorganisationen und anderen Institutionen. Zugleich ermöglicht der erfolgreiche BA-Abschluss den Zugang zum Freiburger Masterstudiengang Europäische Ethnologie sowie zu kultur- und sozialwissenschaftlichen Masterstudiengängen im In- und Ausland.


 

  

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